SSRDM Manifest

lundi 4 janvier 2010
par  floris

Schweizerische Gesellschaft für Forschung in Didaktik der Mathematik

Ziel der Schweizerischen Gesellschaft für Forschung in Didaktik der Mathematik (SSRDM ) ist, Phänomene des mathematischen Lernens und Lehrens vertieft zu verstehen.

Die Wissenschaft des Lernens und Lehrens mathematischer Kenntnisse und Fertigkeiten…

Das primäre Erkenntnisinteresse der Mathematikdidaktik liegt im Bereich des Lernens mathematischer Kenntnisse und Fertigkeiten. Dies bewirkt, dass sie sich nur in der Zusammenschau von Aussagen der Epistemologie und der Erziehungs- oder Humanwissenschaften entfalten kann. Sie befasst sich &endash; aus einem gewissen Abstand &endash; mit Eigenschaften und Phänomenen schulischen Lernens, mit Unterricht. Abstand um aktuelles Unterrichtsgeschehen wird gesehen als notwendige Voraussetzung für ein vertieftes Verständnis didaktischer Phänomene.

… ist ein Gebiet der Grundlagenforschung

.
Wir betonen, dass in der Didaktik der Mathematik Grundlagenforschung betrieben wird. Didaktik der Mathematik, verstanden als Wissenschaft und nicht als reine Praxisanleitung, definiert Normen des Erforschens und des Erkennens "wissenschaftlicher Aussagen". Diese wissenschaftsorientierten Normen sind zu unterscheiden von Normen des "Richtig Handelns in der Schule". Der forschende Zugang zu natürlichen Phänomenen führt weder zu deren Machbarkeit, ermöglicht nicht die gezielte Rekonstruktion natürlicher Prozesse, noch weniger zeigt er, wie man "es richtig macht". Ziel der mathematikdidaktischen Forschung ist zu wissen, wie man mit natürlichen Prozessen und ihren Phänomenen umgehen kann.

Das Entwickeln theoretischer Modelle führt zu experimentellem Denken

Da sich Natur nicht "machen" lässt, stützt sich die wissenschaftliche Forschung auf Modelle, die natürliche Phänomene beschreiben. Diese Modellvorstellungen wollen verschiedene Phänomene des mathematischen Lernens und Lehrens miteinander verträglich, kohärent und damit einsichtig machen. Die mathematikdidaktische Modellbildung liefert Werkzeuge des theoretischen Denkens von Forschenden. Wissenschaftliche Erklärungsversuche, basierend auf Modellvorstellungen, ersetzen nicht die Phänomene, die sie beschreiben ; sie liefern Werkzeuge, welche unter jenen Bedingungen bedeutsam sind, für die sie entwickelt wurden. Um grundlegende Schlüsse ziehen, um Modellvorstellungen in ihrer Adäquatheit bewerten zu können, ist empirisches Arbeiten notwendig. Empirisch gewonnene Ergebnisse sind wichtig, sowohl für ein besseres Verstehen von Phänomenen wie auch für deren Nutzung. In dieser experimentell-empirischen Ebene finden sich grundlagen- und ausbildungsorientierte Aspekte der Mathematikdidaktik.

… und sichert das Wechselspiel zwischen Verstehen und Nutzen von Phänomenen.

Verstehen und Nutzen mathematikdidaktischer Phänomene ergänzen sich gegenseitig, sind aufeinander bezogene Pole. Beide Zugänge behalten ihre Autonomie. Die Tatsache, dass Didaktik der Mathematik sich für ein kulturelles, sozial beabsichtigtes Unternehmen interessiert, darf nicht zum Missverständnis führen, dass sie ihre Gegenstände direkt erfasse und damit der Dialektik von Analyse und Aktion entrinne. UnsereGesellschaft (SSRDM) muss sich Spielraum schaffen, muss sich zwischen den beschriebenen Polen frei bewegen können.

Unser Forschungsfeld ist flexibel zu organisieren und zu strukturieren. Wir müssen Realität befragen &endash; über unmittelbare Interessen von Schule und Unterricht hinaus.

Didaktik der Mathematik ist ein Abenteuer,

Wir benennen unsere Gesellschaft absichtlich "Schweizerische Gesellschaft für Forschung in Didaktik der Mathematik". Damit betonen wir, dass für unsere Aktivitäten ein vertieftes Verstehen von Phänomenen des mathematischen Lernens und Lehrens wegleitend ist.

Forschungsfragen sollen so weit verfolgt werden, wie sie uns zu tragen vermögen. Es ist denkbar, sich auf Unterricht und damit zusammenhängende Handlungsfelder zu beschränken, manchmal aber überschreiten unsere Forschungsaktivitäten den Horizont von Erziehungs- und Bildungsfragen.

Die angestrebten Ergebnisse sind vor allem experimenteller Natur. Schulische und universitäre Forschungsfragen liefern vorzügliche Zugänge zur Didaktik &endash; und die meisten von uns entwickeln ihre Arbeit in diese Richtung. Allerdings soll sich unsere Gesellschaft Freiheiten bewahren und die Erweiterung unsere Wahrnehmung ermöglichen.

Unsere Gesellschaft macht sich absichtlich unabhängig von Ausbildungs- und Erziehungsinstitutionen.

Lausanne, Herbst 1998


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